RTU-210 PRÜFKOPF FÜR IP-DIENSTE


RTU-210 PRÜFKOPF FÜR IP-DIENSTE

Leistungsbewertung von Ethernet-Diensten

Der Prüfkopf für IP-Dienste RTU-310 von EXFO ermöglicht den Carriern die Gewährleistung der Zuverlässigkeit und Performance ihrer Ethernet-basierenden Dienste. Mit seinem breiten Testspektrum stellt er alle zur Einrichtung von Diensten, zur Fehlerdiagnose sowie zur Überprüfung von Service-Vereinbarungen (SLA) zwischen Service-Providern und Kunden geforderten Messfunktionen bereit. Dieses für die Installation in einem Rack (1 U) in der Vermittlungsstelle vorgesehene Gerät der Carrier-Klasse vereinfacht und beschleunigt in Verbindung mit seinen portablen Gegenstellen, dem preisgekrönten Ethernet-Testmodul FTB-8510B Packet Blazer oder dem Ethernet-Tester AXS-200/850, die Installation von Ethernet-Diensten. Das RTU-310 ist das funktionale Äquivalent des FTB-8510B und unterstützt alle Testfunktionen dieser portablen Version.

Flexible Ende-zu-Ende Messungen von einer zentralen Stelle aus

Mit dem Prüfkopf für IP-Dienste RTU-310 kann ein einzelner Techniker durch Fernsteuerung eines am anderen Ende angeschlossenen Gerätes, d. h. eines FTB-8510B Packet Blazer oder eines anderen RTU-310 , über die zu testende VLAN-Verbindung zuverlässige Ende-zu-Ende Messungen durchführen. Auf diese Weise stehen dem Service-Provider die Testergebnisse für beide Messrichtungen zur Verfügung. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die uneingeschränkte Qualifizierung von Ethernet-Diensten. Darüber hinaus können Ende-zu-Ende Messungen auch im Smart Loopback-Modus ausgeführt werden. In diesem Fall leitet das Remote-Gerät den Verkehr durch einen Tausch der Paket-Overheads bis Layer 4 des OSI-Referenzmodells an das lokale Gerät zurück.

Das RTU-310 testet die Verbindung in deren nativem Format: 10/100/1000Base-T, 100Base-FX, 100Base-LX, 1000Base-SX, 1000Base-LX und 1000Base-ZX für LAN-LAN-Dienste, die über Next-Gen SONET/SDH, hybride SONET/SDH-Multiplexer, geswitchtes Ethernet, VLANs, Dark Fiber, WDM, FTTx und andere Systeme übertragen werden.

EtherSAM: Der neue Standard für Ethernet-Tests

ITU-T Y.156sam ist der neue Standard für die Einrichtung von und Fehlerdiagnose an Carrier-Ethernet-Diensten. Dieses neue Messverfahren ist umfassend an die Anforderungen der modernen Ethernet-Dienste, vor allem der Mobile-Backhaul- und Geschäftsdienste, angepasst. Bisher kam RFC 2544 als das am weitesten verbreitete Verfahren zum Einsatz. Allerdings war dieses Verfahren für das Testen von Netzwerkgeräten im Labor und nicht für den Feldeinsatz konzipiert worden. Y.156sam ist der erste Teststandard, der für Feldmessungen entwickelt wurde. Er zeichnet sich durch zahlreiche Vorteile gegenüber RFC 2544 aus. Dazu zählen die Validierung kritischer SLA-Parameter, wie Paketjitter und QoS-Messungen. Dieses Messverfahren ist auch wesentlich schneller und spart daher Zeit und Ressourcen bei der Optimierung der Dienstgüte (QoS).

Im Unterschied zu anderen Verfahren unterstützt EtherSAM auch neue Mehrdienste-Angebote. EtherSAM kann alle im Netzwerk übertragenen Diensttypen simulieren und gleichzeitig alle SLA-Parameter für jeden einzelnen dieser Dienste qualifizieren. Darüber hinaus überprüft dieses Verfahren die im Netzwerk eingerichteten QoS-Mechanismen zur Priorisierung unterschiedlicher Diensttypen, was eine präzisere Validierung und viel schnellere Bereitstellung und Fehlerdiagnose ermöglicht. EtherSAM sieht zwei Haupttests vor: den Netzwerk-Konfigurationstest und den Service-Test.

EtherSAM: Der neue Standard für Ethernet-Tests (Forts.)

Netzwerk-Konfi gurationstest

Der Netzwerk-Konfi gurationstest beinhaltet die sequenzielle Überprüfung jedes einzelnen Dienstes. Er weist nach, dass der Dienst korrekt eingerichtet wurde und dass alle spezifi schen Leistungsindikatoren (KPI) bzw. SLA-Parameter eingehalten werden.

Service-Test

Nach der Validierung der Konfiguration der einzelnen Dienste überprüft der Service-Test simultan die Qualität aller Dienste im Zeitverlauf.

Bidirektionale EtherSAM-Ergebnisse

Das von EXFO implementierte EtherSAM-Konzept ist noch leistungsstärker, da es alle Tests gemäß ITU-T Y.156sam mit bidirektionalen Messungen ausführt. Die wichtigsten SLA-Parameter werden unabhängig voneinander in beiden Richtungen getestet. Damit ist gleich beim ersten Mal die 100 % richtige Aktivierung des Dienstes und das höchste Vertrauensniveau beim Service-Test gewährleistet.

Testpaket nach RFC 2544

Der Prüfkopf für IP-Dienste RTU-310 führt die RFC 2544 Testfolge für 10/100/1000Base-T und optische 100-Mbit/s und GigE-Schnittstellen bei allen Rahmengrößen und voller Leitungsrate aus. Damit sind die Service-Provider in der Lage, die Effizienz und Fehlerfreiheit der Leitung bei 100 % Auslastung nachzuweisen. Noch wichtiger ist, dass das RTU-310 im Dual-Test-Set-Modus die Ausführung von bidirektionalen Tests erlaubt und so für jede Messrichtung (lokal zu remote und remote zu lokal) unabhängige RFC 2544-Ergebnise zur Verfügung stellt. Das ist ein wesentlicher Vorteil beim Testen von Ethernet-Diensten, da der Traffic für die beiden Richtungen im Netzwerk häufig über verschiedene Pfade geleitet wird. Aus diesem Grund können sich für die beiden Messrichtungen jeweils unterschiedliche Messergebnisse ergeben. Das RTU-310 unterstützt die automatische Ausführung von RFC 2544-Tests und trägt somit zur Sicherung wiederholbarer Messergebnisse bei. Zudem erleichtert die Automatisierung seine Bedienung im Feldeinsatz durch präzise und effiziente Tests und Ergebnisanzeige mit eindeutiger Gut/Schlecht-Bewertung. Zusätzlich generiert das RTU-310 Berichte, die dem Kunden für die Dokumentation der Messungen im Rahmen der abgeschlossenen Service-Vereinbarung übergeben werden können.

Effiziente Tests für eine zuverlässige Leistung

TCP-Durchsatz

Das Internet-Protokoll (IP) und das Transmission Control Protocol (TCP) bilden die Grundlage für TCP/IP-Netzwerke. Während IP für die Übertragung der Pakete zuständig ist, sorgt TCP dafür, dass die von einem Host gesendeten Datenpakete zuverlässig und unversehrt an der Zieladresse empfangen werden. Anwendungen wie das Hypertext Transfer Protocol (HTTP), E-Mail oder das File Transfer Protocol (FTP) sind vom TCP abhängig, da es deren Übertragung in Netzwerken gewährleistet. Kunden, die diese Anwendungen einsetzen, erwarten von ihren Service-Providern nicht nur Service-Vereinbarungen für die physikalische und Link-Ebene, sondern darüber hinaus noch die Zusicherung, dass ihre an den TCP-Verkehr gestellten Anforderungen im gesamten Netzwerk erfüllt werden. Die vom RTU-310 gebotene TCP-Durchsatzmessung ermöglicht den Ethernet-Anbietern nachzuweisen, dass ihre dem Kunden bereitgestellten Dienste alle geforderten TCP-Leistungsparameter erfüllen.

PBB-TE und MPLS: Testen von Transportlösungen für Carrier-Ethernet

Da technisch interessierte Geschäfts- und Privatkunden immer stärker Premium-Datendienste großer Bandbreite, wie Sprache und Video, nachfragen, entwickeln Service-Provider auf der ganzen Welt ihre Transportinfrastrukturen weiter, um diese bandbreiten- und qualitätsintensiven Dienste zu unterstützen. Ein All-IP-Kern genügt hier nicht mehr. Heute müssen die Anbieter ihre IP-Konvergenz kostengünstig und unter Berücksichtigung der Qualitätsanforderungen bis an den Netzrand/das Metro-Netz führen. Das Ethernet ist seit langem als preiswerte und skalierbare Datennetz-Lösung in LAN-Umgebungen akzeptiert. Die strengen QoS-Anforderungen setzen Lösungen voraus, die die Kosteneffizienz des Ethernets nutzen, ohne auf die Vorteile der verbindungsorientierten (wenn auch kostenintensiven) TDM-Lösungen wie SONET/SDH zu verzichten.

Zwei Ethernet-Tunneling-Technologien erfüllen diese Voraussetzung: Das Provider Backbone Bridge-Traffic Engineering (PBB-TE oder auch PBT) und das Transport Multiprotocol Label Switching (MPLS). Diese beiden Technologien ermöglichen ein verbindungsorientiertes Ethernet und stellen den Carriern ein Mittel zur Bereitstellung skalierbarer, zuverlässiger und ausfallsicherer Ethernet-Dienste zur Verfügung. Mit den PBB-TE- und MPLS-Optionen des RTU-310 besitzen die Service-Provider ein umfassendes Hilfsmittel zur Ende-zu-Ende Qualifizierung von Ethernet-Diensten im Feldeinsatz mit Validierung der Tunneling-Technologien in Metro- und Kernnetzen.

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